Annes Meinung: Netflixen für den SuB

oder
Warum TV, Netflix und Co. manchmal auch ganz schon Lust auf Lesen machen können




Wir alle kennen es. Das Phänomen Buch-Verfilmung. Auf manche freuen wir uns, manchen sehen wir mit Skepsis entgegen, manche machen richtig Spaß, und bei manchen wünscht man sich hinterher, man hätte sie sich nie angesehen. 
Was die meisten aber – zumindest für uns lesefreudiges Völkchen – gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass die Verfilmung nach dem Lesen des Buches kommt. Die Geschichte ist so erzählt, wie der Autor das wollte, die Fantasie des Lesers hatte Zeit, sich Orte, Charaktere und alle anderen Details selbst vorzustellen. 
Was aber, wenn das mal umgekehrt läuft? Wenn eine Serie oder Film einen erst dazu bringt, die Bücher zu lesen?
Es ist immer wieder interessant, welchen Unterschied das für mich macht. Ich bin nicht furchtbar kritisch, wenn es um Verfilmungen geht – nicht mehr, jedenfalls. Meistens freue ich mich einfach, die Welt, die bisher nur in meinem Kopf existierte, auch endlich „in echt“ zu sehen. Besonders dann, wenn es fantastische Welten sind, die nur dank CGI überhaupt so darstellbar sind, oder wenn Szenen in den Büchern so graphisch beschrieben werden, dass man es gar nicht erwarten kann, das zu sehen. 
Das ist natürlich alles sehr subjektiv und jeder hat seine ganz eigene Meinung dazu. Ich finde es auch mal super, beim Lesen eines Buches schon echte Gesichter vor Augen zu haben, weil ich vorher die Serie oder den Film gesehen habe. 
Und, ganz ehrlich, alles, was mir nicht gefällt? An Buch oder Verfilmung? Das wird einfach ignoriert. Gut, das ist beim Lesen natürlich etwas einfacher, als wenn man eine Serie schaut. Aber dieses Rauspicken von Elementen, die ich mag, oder nicht mag, das ist ziemlich cool und das möchte ich nicht missen. 
Es ist so spannend, die Unterschiede zwischen verschiedenen Medien zu entdecken. Jede Entscheidung hat seinen Grund, besonders dann, wenn Ursprungsquelle und Neuinterpretation stark voneinander abweichen. Warum wurde dies und jenes im Film weggelassen? Oder warum wurde der Handlungsablauf verändert? Wenn man genauer darüber nachdenkt, dann gibt es meistens ganz konkrete Gründe dafür, und es wäre sehr schade, diese durch ein bloßes: „Ich mag das nicht, weil es anders ist“ abzuwiegeln.
Und manchmal, und hier scheiden sich die Geister ganz besonders, manchmal gefällt mir sogar die mediale Umsetzung besser als das Buch. 
//Hier ist jetzt Platz für Euer entsetztes Aufkeuchen. :D//
Aber hey, da können wir gerne mal drüber diskutieren!
Bis zum nächsten Mal 
Eure Anne
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